15. Deutsche Meisterschaften – Senioren-Disziplinen

Tänze, Stimmung, Emotionen

 hh. LOHMAR. Der Parkplatz vor der Jabachhalle quillt über! Busse und Pkw verursachen eine lange Schlange. Rund um die Halle kommt der Verkehr teilweise zum Erliegen. Alle wollen zur 15. Deutschen Meisterschaft der RKK. Die Halle ist restlos ausverkauft und auch in der Nebenhalle, in der auf Großbildschirm alles live mitverfolgt werden kann, herrscht großes Gedränge.

Mit 30minütiger Verspätung begrüßen RKK-Präsident Hans Mayer und Der Vorsitzende der Altenrather Sandhasen, Christopher Große-Kleffmann Aktive und Fans. Mit ihrer klaren, kräftigen Stimme bringt Sängerin Bianca Schüller die Nationalhymne zu Gehör und dann bricht ein Getöse des Jubels und des Beifalls aus, Stimmung pur, schon vor dem ersten Tanz.

Die gemischten Tanzcorps beginnen. Der KCSK Simmern ist der Eisbrecher heute und legt eine passable Leistung hin. Mit dem TSV Ukerath greift in Titelaspirant ins Geschehen ein. 46,9 Punkte sind schon eine grandiose Leistung. Das Tanzcorps Altenrather Sandhasen erwischt einen noch besseren Tag! Hier klappen alle Tanzpassagen und Hebungen und am Ende stehen 47.6 Punkte zu buche. Diese Wertung wird nicht mehr überboten!

Vierzehn Damengarden haben sich qualifiziert und gehen heute äußerst motiviert an den Start. Spitzenreiter wird zunächst die Garde der KG Narrenzunft Baesweiler mit 46,5 Punkten. Mit der Start-Nr. 6 setzt sich das Tanzkorps Altenrather Sandhasen und den ertanzten 47,3 Punkten vor die Mädels aus Baesweiler. Die Startnummer 13 ist heute die Glückszahl für den TSV Uckerath. Ihre Performanz ist Gardetanz vom Feinsten und wird mit 48,4 Punkten belohnt! Der Meistertitel ist vergeben!

Drei Tanzpaare haben die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft geschafft. Mit Carolin Nettekoven und Daniel Groll sowie Tanja Hau und Kai Czaschke gehen gleich zwei turniererfahrene Paare der Altenrather Sandhasen an den Start. Emma Bohm und Kevin Schneider von der KG Hadamar komplettieren das Trio. Alle Tänze begeistern und am Ende jeden Tanzes fällt bei allen Aktiven die Last der Anstrengung von ihren Schultern. Einfach schön anzusehen. Da wird es fast schon zur Nebensache, dass Emma und Kevin Deutscher Meister werden, Tanja und Kai sich den Vize-Meister-Titel schnappen und Carolin und Daniel (der sich beim Tanz verletzt hat, aber bis zum Schluss weitertanzt) auf dem dritten Treppchenplatz stehen.

Sie werden oft als die „Königinnen des Tanzsports“ bezeichnet, die Solo-Tanzmariechen, die mit Grazie und sportlichen Höchstleistungen selbst die größten Bühnen zu ihrem eigenen Tanzreich werden lassen. Die 20 Besten der Landesmeisterschaften treten heute an und es wird ein begeisterter Augenschmaus für alle Zuschauer, die jede Tänzerin. Adina Leinen vom TSC Gisingen-Brotdorf hat die frühe Startnummer 2 und wirbelt nur so über die Bühne. Mit 49,1 Punkten legt sie die Messlatte für die anderen besonders hoch an. Entfesselnd dann der Auftritt von Sofia Kaska! Volle Power ist angesagt! Sofia zeigt eine unglaubliche Präsenz auf der Bühne und die Augen der Zuschauer kleben förmlich an ihr! Wegsehen geht nicht! Die RKK-Jury belohnt sie mit 49,4 Punkten. Sogar eine 10,0 ist dabei! Mit-Favoritin Zoe Wilbert (KCSK Simmern) wird mit der Start-Nr. 9 aufgerufen. Leichtfüßig scheint sie über die Bühne zu schweben. Mit einem Strahlen im Gesicht zeigt sie schwierigste Passagen und akrobatische Höchstschwierigkeiten. Begeisterung pur! Das Warten bis zur Wertung scheint unendlich lange. Dann ist sie da. Mit 49,2 Punkten schiebt sie sich auf den Vize-Titel-Platz. Viele weitere Mariechen zeigen tolle Tänze, doch bleiben sie in den Wertungen alle unter 49 Punkten, so dass die drei Erstplatzierten schon nach dem 9. Tanz feststehen.

Mit großer Vorfreude wird die Disziplin der Tanzmajore erwartet, gab es doch schon zwei Mal bei Landesmeisterschaften ein Stechen um den Sieg. Pascal Roth (Narrenzunft Baesweiler) legt als erster los. Das Publikum ist schier aus dem Häuschen. 49,0 Punkte. Ebenfalls gefeiert wird Jerom Kelbing (1. Große Bocholder KG), der am Ende auf dem 5. Platz landet. Es folgt der nächste Favorit: Julian Porten (Schweicher KV). Unglaublich, welche Leistung er auf die Bühne zaubert! Seine Darbietung wird mit 49,3 Punkten (eine 10,0 ist dabei!) belohnt. Lucas Zimmermann (Narrenzunft Baesweiler) ist als nächster Starter an der Reihe. Er hat die Leistungen der Mitbewerber mitbekommen. Kann er den Druck ausblenden und sich auf seinen Tanz zeigen? Er kann! Auch getragen vom stimmungsvollen Publikum legt er eine Darbietung hin, die alle nur noch staunen lässt. Der Jubel will nicht enden. Gleich 4 Jurymitlieder zeigen die 10,0! Am Ende sind es 49,7 Punkte. Absolute Spitzenklasse – ein würdiger Deutscher Meister. Auch André Frydryszek-Klug vom TSV Uckerath wird frenetisch angefeuert, freut sich dann über den vierten Platz.

Einen besonderen Farbtupfer – sowohl bei den Turnieren, als auch bei den Veranstaltungen – bieten die Schautänze. Hier werden in teilweise sehr aufwendigen phantasievollen Kostümen die Themen tänzerisch in Szene gesetzt und die vielfältigen Ideen der Choreographen finden in einem Gesamtkunstwerk ihren Niederschlag.

So zieht die große gemischte Schautanzgruppe des TV Welschneudorf zur Bühne und eröffnet das bunte Schautanzspektakel der Meisterschaften. Mit 45,4 Punkten werden sie mit ihrem Tanz „Mission Emotion – Astronauten auf dem Weg zum Planeten „Elysium“ Vize-Meister. Mit zwei Zehntel-Punkten Unterschied kann sich die „Monster-KG“ der KG Hadamar durchsetzen. Mit „Licht und Schatten“ belegen die Aktiven des TC Altenrather Sandhasen den dritten Platz.

Grundverschiedene Themen auch beim Damenschautanz. Topaktuell ist die Botschaft des Tanzes der KG Eulenspiegel Aachen: „Dance your coming out“. Eindrucksvoll inszeniert und tänzerisch sauber umgesetzt erreichen sie 47,1 Punkte der Jury und werden Deutscher Meister vor den „himmlisch jecken“ Tänzerinnen der KG Rut-Wiess Ranzel, bei deren Darbietung das Publikum begeistert mitfeiert. Einen Blick in das Musical „Tarzan“ gewährt der TSV Rhein-Nahe Stromberg und belegt Platz 3, diecht gefolgt von der KG Rot-Weiß Westum, die mit einem feurigen Vulkan-Tanz die Bühne erbeben lassen.

Der KCSK Simmern ist in der glücklichen Lage, gleich zwei Tanzgruppen zu haben, die in der Disziplin Schaudarbietung auftreten. „Schuld“ daran ist Corona, lassen uns die Tänzerinnen und Tänzer wissen, denn vor Corona war die eine Gruppe noch als Juniorengruppe unterwegs. Nun sind sie „gealtert“ und in die Seniorenklasse gerutscht. Da man den Tanz aber dennoch nicht nur für die Schublade einstudiert hat, treten beide Gruppen an. In 2023 gibt es dann wieder eine Senioren-Tanzgruppe.

Die Gruppe „Dschungelcamp“ des KCSK Simmern beginnt mit er Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“. Klamauk und Komik wird hier tänzerisch bestens präsentiert (Am Ende Platz 4). Die Gruppe „Bachelor“ des KCSK zeigt mit „Bachelor-Special“ eine lustig-komische Show, gepaart mit tänzerischen Glanzleistungen. Mit 47,4 Punkten können sie sich den Titel sichern, vor der fast perfekten Adaption des Comics „Toxic Love – Aus dem Leben von Jocker und Harley Quinn“ des TV Scheidt. Pech haben die Aktiven des KV „Mir sen se“ aus Piesport, da die Musik mehrmals springt. Ihr „Monomoly – Karnevalsspecial“ kann sich dennoch auf dem 3. Platz behaupten. Die Tanzgruppe „Klingenstadt Solingen“ lässt sehr beeindruckend den Phönix aus der Asche erstehen und belegt punktgleich mit den Scorpions des TV Gimbsheim, die das „Elexier der ewigen Jugend“ suchen. Eine fröhliche Circus-Show präsentiert die Tanzgruppe des TV Thalexweiler mit ihrer Darbietung „Circus Filourella“

Fast ist die große Bühne noch zu klein: Alle Aktiven des Tages, von den Garden bis zu den Schautänzen, bevölkern zur großen Siegerehrung der 15. Deutschen Meisterschaften die Bretter die die Tanzwelt bedeuten.

 

Emotionen pur bei der Siegerehrung! Während bei den Gradetanzgruppen lediglich pure Freude über den Erfolg der Anlass für kullernde Tränen ist, ist bei den beiden Tanzpaaren Carolin Nettekoven und Daniel Groll und für Tanja Hau und Kai Czaschke, (beide von den Altenrather Sandhasen) viel Melancholie im Spiel: Beide Paare beenden ihre Tanzlaufbahn als Tanzpaar und Carolin auch als Solistin mit diesen Deutschen Meisterschaften. Alle Aktiven und das gesamte Publikum jubelt ihnen noch einmal dankbar zu, für über 15 Jahre, in denen sie mit Freude getanzt haben und diese Tanzfreude an die Zuschauer weitergaben. Der Funke ist stets übergesprungen.

Gefeiert werden auch die Tanzmariechen und Tanzmajore, die alle grandiose Leistungen auf der Bühne gezeigt haben. Tanzmajor Lucas Zimmermann ist nicht nur Deutscher Meister geworden, sondern hat auch die Tageshöchstwertung (49,7 Punkte) ertanzt. Der Sonderpokal gehört im ebenso wie ein Sachgewinn: einen Römertopf.

Ja, die Siegerehrung lebt auch von der großen gemeinsamen Feier der Aktiven, ganz gleich, ob man zuvor auf der Bühne um den Titel gerungen hat, nun sind alle eine große Feiergemeinde. Bei den Schautänzen wird dies noch einmal besonders deutlich.

 

Die bunten Bilder bei der Siegerehrung werden Allen noch lange in Erinnerung bleiben.  TCA-Vorsitzender Christopher Große-Kleffmann ist überwältigt und erleichtert zugleich, dankt allen Helfern, den Rettungssanitätern des DRK’s, der RKK-Jury mit Obmann André Piwonka, der Stadt Lohmar und dem Technik-Team. Auch RKK-Präsident Hans Mayer ist voll des Lobes für das Tanzcorps Altenrather Sandhasen: „Wir haben uns bei Tage hier sehr wohl gefühlt! Ihr wart tolle Gastgeber“. Auch er findet weitere Dankesworte, bevor er allen ein besinnliches Weihnachtsfest und eine stimmungsvolle Kampagne 2023 wünscht. „Wir sehen uns 2023 bei den RKK-Turnieren wieder!“, ruft er allen zu. Mit der Nationalhymne enden die 15. Deutschen Meisterschaften der RKK.

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