Linie 11 – die abgefahrene Bussitzung

Im Spätsommer 2020, als alle Karnevalsvorstände realisierten, dass die Karnevalssession ausfallen wird, saß auch der Vorstand der KG 1935 Vicht e.V. zusammen und überlegte, wie der Zusammenhalt in der KG in der Coronazeit gestärkt werden kann. Zu dieser Zeit gab es harte Lockdownregeln für Vereine und deren Veranstaltungsstätten. Dr. Alexander Kaul, 2. Vorsitzender und Literat, sagte auf der Vorstandssitzung: Wenn mehr Personen in einem Bus transportiert werden, als in unserer Mehrzweckhalle feiern dürfen, dann packen wir die Leute in einen Bus und fahren herum und feiern im Bus.

Die anderen Vorstandsmitglieder schauten etwas ungläubig. Alexander Kaul erhielt den Auftrag sich mit der Fortführung dieser Idee zu beschäftigen. Geboren war “Linie 11 – Die abgefahrene Bussitzung”. Die Vorbereitungen begannen und die KG-Ideenschmiede lief auf Hochtouren. Wenn man weiß, dass die KG Vicht 2021 vom RKK für ihre innovative Online-Sitzung ausgezeichnet wurde, verwundert es nicht, dass hier ein Projekt Formen annahm, deren Umsetzung wieder viele grandiose Überraschungen aufweisen würde. Die größte Herausforderung war die Stromversorgung in einem Linie-Gelenkbus – kein Reisebus. Die Vichter lieben Herausforderungen und so wurde diese Kernfrage mit vielen kreativen Überlegungen und technischem Know-How gelöst.

Schon zweimal stand der Vorstand vor der Frage: Sollen wir die „Linie 11“ jetzt rollen lassen? Die Hygieneregeln waren jedoch zu hart, um eine Ausfahrt mit ca. 80 Personen in einem Bus feiernd durch die Städteregion zu fahren, zu verantworten.

Jetzt schien dem Vorstand die Zeit gekommen und es wurde ganz bewusst entschieden, nur Mitgliedern den Kauf einer Fahrkarte zu ermöglichen. Der Vorstand wollte die Mitglieder vor den ersten Ausmärschen der kommenden Session wieder leibhaftig zusammenführen. Nur kurze Zeit nach seiner Eröffnung auf der Homepage der KG, musste der Fahrkartenschalter wegen Ausverkauf schon wieder schließen.

Am Samstag, 22. Oktober 2022, hingen neue Linie11-Haltestellenschilder in Vicht, die teilweise mit traditionellen Namen versehen waren. Einige Fahrgäste mussten zuerst in der Dorfhistorie suchen, um den Standort der Haltestellen zu finden.
Um 18:30 Uhr fuhr die Linie 11 an der ersten Haltestelle vor. Geschmückt mit Luftballons, diversen Gruppierungswappen, LED-Leuchtschläuchen und natürlich einer Bus-Cabin-Crew. Natürlich war diese Crew entsprechend in den Vereinsfarben ausgestattet inkl. dem extra designten Logo der „Linie 11“.

Die zwei Maitres de Cabine versorgten die Fahrgäste mit verschiedenen Getränken wie VeetÖl oder Frostbeule (selbstkreierte Schnäpse aus der Destillirie im Motorraum) und diversen Leckereien aus ihrem Servicetrolley. Der Directeur de Bus und der Commandant de Bus trugen die Verantwortung für das „Bühnen“Programm und die entsprechende Fahrstrecke. Diese auszuwählen war in der derzeitigen Vichter und Stolberger Straßenbausituation (Flutkatastrophe) nicht so einfach. Die Controlleur de Bus entwertete die Fahrkarten mit einer Knipszange entsprechend.

Nachdem alle Haltestellen angefahren waren, wurden die Fahrgäste durch eine gestenreiche und mit Pointen gespickte Sicherheitseinweisung durch die Maitres und den Commandant über die Gegebenheiten im Bus informiert. Sicherheitskarten und Mageninhaltauffangtüten lagen auf jedem Sitzplatz, beschriftet mit 32 karnevalistischen Sprüchen, die nach dem Erleichtern wieder aufheitern sollten.
Sowohl der Schlageronkel als auch die Öcher Stadtmusikanten brachten den Bus mit ihren Auftritten zum Beben. Beide hatten einen Auftritt in einem rollenden Bus auch noch nie erlebt.
80 Fahrgäste feierten mehrere Stunden eine grandiose Party in der fahrenden Linie 11 und möchten schon Fahrkarten für die nächste Ausfahrt des Vichter Busunternehmen “Der närrische Lehmjörese” buchen.

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