Erster Mainzer Fastnachts-Orden aus Pappe

Geschichte muss nicht immer langweilig sein. Das beweisen die zahlreichen Museen im RKK-Land, die sich mit der bunten Welt des Karnevals beschäftigen.

Im zweiten Teil unserer neuen Reihe stellen wir heute das Mainzer Fastnachtsmuseum vor. Dieses gibt den Besuchern einen Einblick in die Welt der Mainzer Fastnacht seit 1837 und enthält bemerkenswerte Ausstellungsstücke. Ein Beispiel gefällig? Die älteren Leserinnen und Leser werden sich an die Fernsehsitzungen mit dem legendären Sitzungspräsidenten Rolf Braun erinnern. Wo kann man dessen Hornbrille besichtigen? Richtig: Im Mainzer Fastnachtsmuseum.

Das Mainzer Fastnachtsmuseum befindet sich zentral gelegen in der Universitätsstraße in einem historischen Gebäude, dem sogenannten Proviant-Magazin (Westeingang). Parkplätze sind in direkter Nachbarschaft in ausreichender Zahl. Um die Einrichtung kümmert sich ein engagierter Förderverein. Auf rund 350 Quadratmetern findet man eine erstaunliche Vielfalt von Gegenständen der fünften Jahreszeit: Uniformen, Orden, Narrenkappen, Zepter, Musiknoten und eine große Anzahl von Videodokumenten, die das Museum besonders lebendig machen.

Woher kommt eigentlich die Mainzer Kapp? Das Ur- und Vorbild der Mainzer Narrenkappe ist die Jakobinermütze. Anhand von verschiedenen Mützen wird die Entwicklung von damals bis heute dargestellt. Und auch die auf den Mützen sichtbaren Farben werden dem Besucher schnell verständlich: Blau, Rot und Weiß erinnern an die französische Fahne, die Farbe Gelb ist auf die Kirche zurückzuführen.

Wer in der Fasenacht unterwegs ist, muss natürlich auch „ordentlich“ aussehen.

Der erste Orden in der Mainzer Fastnacht war nicht aus Metall, sondern bewusst aus Pappe hergestellt. Er sollte eine Persiflage, also eine geistreiche Verspottung des Militärs sein. Die Nachbildung des sogenannten „Kamel-Ordens“, dem ersten Orden des MCV aus dem Gründungsjahr 1838, ist sicherlich eines der Highlights des Museums.

Aktuell werden übrigens rund 20.000 Orden für die Vereine und Garden der Mainzer Fasenacht hergestellt. Der KCK war einer der wenigen Vereine im Bundesgebiet, der auch im Corona-Jahr 2021 einen Orden hat anfertigen lassen. Was ist darauf zu sehen? Nein, nicht etwa das Corona-Virus, sondern die Aufschrift „Es gibt keinen Orden dieses Jahr“.

Eine Besonderheit der Mainzer Fasenacht sind die Schwellköpfe. Sie gehören zur Straßenfastnacht in Mainz genauso wie legendären Kamelle.

In früheren Jahren konnte man sich beim Arbeitsamt als „Schwellkopfträger“ bewerben. Heute ist dies eine Ehre, als solcher am Rosenmontagszug teilzunehmen.

Schon an den Ausmaßen der Ausstellungsstücke wird deutlich: So ein Schwellkopf ist nicht leicht. Die großen Köpfe wiegen nicht selten 25 Kilogramm. Mit kurzen Filmen wird gezeigt, wie schwer es ist, einen solchen Schwerkopf an- und auszuziehen. Etwas leichter sind die Schwellköpfe für Kinder, die es zwischenzeitlich auch schon gibt.

Apropos: Auch die Kinderfastnacht wird im Museum thematisiert, so ist die Einrichtung auch für junge Besucher sehenswert.

Viele historische Fotos der Rosenmontagsumzüge zeigen nicht nur Personen und Prunkwagen, sondern auch interessante Einblicke in das Mainzer Straßenbild. Dieses hat sich aufgrund der Schäden des zweiten Weltkriegs erheblich verändert. In den Nachkriegsjahren wurde auch die Fernsehfasenacht populär. Deren Helden und legendären Lieder (zum Beispiel von Margit Sponheimer) nehmen richtigerweise einen großen Ausstellungsteil in Anspruch.

„Rechts des Rheins ist auch noch Mainz“, heißt ein bekanntes Zitat, insofern sind in den Ausstellungsräumen natürlich auch Uniformen aus allen Stadtteilen zu sehen.

Im kommenden Jahr feiert das Museum sein 20jährige Bestehen.

Im Juni 2004 eröffnet, wird es seitdem fortlaufend ergänzt und aktualisiert.

Die Fasenacht und der Karneval entwickeln sich ständig weiter und fort. Viele Traditionen werden weitergegeben, manche verschwinden aber auch im Laufe der Zeit – dass heutzutage ein Orden aus Pappe überreicht wird, ist zum Beispiel undenkbar.

Umso wichtiger ist es, als Traditionen für die Nachwelt zu dokumentieren und in Einrichtungen wie dem Mainzer Fastnachtsmuseum zu präsentieren.

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