Tanzendes Saarland

MERZIG-BROTDORF. Es ist heute schon ungewöhnlich, als wir vor der Seffersbachhalle das Auto verlassen: Das Thermometer zeigt keine Grade über 30 an! Nun, es ist auch eine ganz andere Jahreszeit, in der heute die 13. Saarlandmeisterschaften der RKK stattfinden. Nicht kurz vor den Sommerferien, sondern im September sind die Aktiven zur Kürung der Landesmeister ins Saarland gekommen.

Zusammen mit der Schirmherrin, der Landtagsabgeordneten Martina Holzner, dem 1. Beigeordneten der Stadt Merzig, Christian Bies und dem Ortsvorsteher von Brotdorf, Torsten Rehlinger, eröffnet RKK-Präsident Hans Mayer die Meisterschaften. Er freut sich, nach der Pandemie-Pause endlich wieder im Saarland zu sein.

 

Das Kindertanzpaar des Freundes- und Förderkreises der Großen von 1823 Köln (FFK), Mia Kania und Elyas Munaf legen sofort los und werden mit 39,7 Punkten Saarland-Meister der Kinder-Tanzpaare.

       

Mia Leimbach (FFK Köln) hat heute einen ganz besonderen Tag. Mit 43,3 Punkten sichert sie sich den dritten Platz und damit auch die Qualifikation zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Und da heute auch noch ihr 11. Geburtstag ist, gibt es bei der Siegerehrung ein Geburtstagsständchen und ein kleines Präsent vom TSC Gisingen-Brotdorf. Siegerin wird einmal mehr June Wagner von der Narrenzunft Baesweiler. Ganz gleich wie groß die Bühne ist, June füllt sie aus, wirbelt über die Bühne, zeigt anmutige Tanzpassagen und bei schwierigen Passagen wirft sie noch ihr überzeugendes Lächeln ins Publikum! Auch die Jury ist überzeugt: 46,2 Punkte! Den zweiten Platz kann sich Julia Fromm vom TSV Uckerath sichern. Schon steht die erste Siegerehrung an und mit fröhlichen Augen nehmen die jüngsten Aktiven ihre Urkunden und Pokale aus den Händen von Hans Mayer und RKK-Obmann André Piwonka entgegen.

   

Die Juniorengarde der Burgnarren Trier-Irsch muss den Tanz leider abmelden, weil die Musik und die Pässe nicht verfügbar sind. Hier sollten sich die Verantwortlichen einmal Gedanken darüber machen, wofür sie sich wirklich einsetzen, denn die ihnen anvertrauten Tänzerinnen und Tänzer stehen doch im Mittelpunkt ihres Handelns und nicht die Animositäten von Funktionären und Trainern! (pers. Anmerkung des Redakteurs) Nun, die Mädchengarde des 1. Beiertheimer Carneval Club kann mit 42,2 Punkten und einer ansprechenden Choreographie den Meistertitel ertanzen. Auch für Leonie Vendel und Jonathan Pump (FFK Köln) hat sich die Reise an die Saar gelohnt: Sie werden Saarland-Meister der Junioren-Tanzpaare.

   

In der Pause dankt RKK-Präsident Hans Mayer der „Grand Dame des Tanzsports“, Anita Schneider für ihr inzwischen Jahrzehnte langes Engagement für den RKK-Tanzsport im Saarland. Legendär waren die ersten Turniere in Wallerfangen, die die Gründerin des TSC Gisingen organisierte und durchführte. Dann galt es die Saarland-Meisterschaften auszurichten, die heute zum 13. Mal stattfinden. Anita Schneider lebt für ihre „Tanzkinder“. Viele Stunden sitzt sie beim Nähen der Uniformen. Ihre Tochter Margit, verantwortlich für das Training, hat diesen „Virus“ abbekommen. Zwar ist Anita Schneider inzwischen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, ans Aufhören denkt sie noch nicht. „Wir haben in den Anfangsjahren alle Probleme gemeistert und sind im TSC Gisingen-Brotdorf eine große Familie geworden, in der alle mithelfen!“ umschreibt sie ihre Erfolgsgeschichte, die auch durch den Gewinn von vielen Titeln ihrer Aktiven belegt wird.

   

Nach der Mittagspause zeigen die Jüngsten des TSC Gisingen-Brotdorf ihr Können und ernten viel Beifall. Danach geht es mit den Wertungstänzen weiter. Die Junioren-Mariechen legen los. Schnell hat sich mit Joana Daleiden (Narrenzunft Baesweler) eine Spitzenreiterin herauskristalisiert. Sie führt bis zur letzten Starterin, Laura Kauper (KG Elferrat Rott). Und Laura gibt richtig Gas, kommt mit dem Druck, zu wissen, dass sie gewinnen kann, bestens zurecht. Die Tanzpassagen reihen sich harmonisch in Schwierigkeiten ein und lassen ihre Darbietung zu einem Genuss werden. 47,3 Punkte bedeuten den Sieg.

   

   

Ab 16 Jahren gehören die Tanzaktiven zur Altersklasse „Senioren“. Hier ist es zunächst das gemischte Tanzcorps des TSV Uckerath, das sich den ersten Meistertitel sichert. Bei den Damengarden ist der Verlauf der Disziplin sehr spannend, hat sich die Damengarde der Narrenzunft Baesweiler doch mit 44,4 Punkten als erster Starter auch gleich an die Spitze des Feldes gesetzt. Mit der letzten Startnummer ziehen die Mädels des TSV Ukerath auf die Bühne: So schön kann Gardetanz sein! Stetig wechselnde Bilder, optimale Bühnenausnutzung und exakte Ausführungen lassen keine Zweifel: hier tanzt der Meister! Tatsächlich kommt eine Wertung von 45,7 Punkten heraus!

Im Saal kommt jetzt so richtig Stimmung auf: Die Disziplin der Tanzmajore wird aufgerufen! Jeder der vier Starter wird vom Publikum, das zu 3 Vierteln aus Damen besteht, bejubelt, zeigen sie doch, dass sich Trainingsfleiß auszahlt und sie den Mariechen in nichts nachstehen. Pascal Roth (Narrenzunft Baesweiler) hat mit 47,5 Punkten das bessere Ergebnis, gefolgt von Julian Porten (Schweicher KV), Lukas Zimmermann (Narrenzunft Baesweiler) und André Klug (TSV Uckerath). Dass Julian und Lukas nur in der Streichwertung einen Zehntelpunkt auseinander liegen, beweist die Leistungsdichte und dass es bei jedem Aufeinandertreffen auf die Tagesform ankommt.

Der Zufallsgenerator der Auslosung der Startreihenfolge hat es festgelegt, dass drei der Favoritinnen nacheinander an den Start gehen müssen. Jasmin Leinen (TSC Gisingen-Brotdorf) hat zuvor mit einer bravourösen Leistung die Messlatte mit 46,2 Punkten bereits sehr hoch gelegt. Mit der Start-Nr. 12 greift Sarah Nollen (TSV Uckerath) ins Geschehen ein. Ihr feuriger Tanz überzeugt. Sarah versteht es, das Publikum tänzerisch zu umgarnen. 46,7 Punkte bedeuten die Führung. Als nächste Tänzerin kommt Sophia Kaska (GKG Stromberg) auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Ihr gelingt heute einfach alles. Sie hat eine enorme Bühnenpräsenz. Die Augen der Zuschauer (und der Jury) verfolgen sie! 48,4 Punkte wertet die Jury. Es folgt mit Start-Nr. 14 Adina Leinen (TSC Gisingen-Brotdorf). Kann sie den Heimvorteil (falls es ihn gibt) nutzen. Auch ihr folgen die Zuschauer gebannt, sind voll eingetaucht in ihren Tanz. Bis die Wertung gezeigt wird vergehen 2-3 Minuten, doch diese werden zur Ewigkeit! Dann steht es fest: 48,0 Punkte! Sophia hat heute gewonnen!

 

Reine Schautänze gibt es im Saarland heute leider nicht, aber Schaudarbietungen! Und hier wird es äußerst spannend! Die CTG des TV Thalexweiler zeigt ihren „Zirkus Filourella“ und erreicht 44,8 Punkte. Die „Monopoly – Karnevals-Edition“ wird von den Crazy Freaks des KV Piesport dargeboten. Beide Darbietungen sind geprägt von abwechslungsreichen Handlungen und bedeuten beste Unterhaltung des Publikums. Beim Vorlesen der Einzelwertungen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel ab. 44,7 Punkte sind es bei den Tänzerinnen und Tänzern aus Piesport am Ende.

   

   

   

 

Die Siegerehrung vereint noch einmal alle Akteure des Nachmittags auf der Bühne. RKK-Präsident Hans Mayer findet herzliche Worte des Dankes an die „Familie“ des TSC Gisingen-Brotdorf für die Durchführung der Meisterschaften. Er dankt dem Partner der RKK in Gesundheitsfragen, der AOK, die wieder ein Gewinnspiel veranstaltete. Ebenso lobt der die Anwesenheit der ehrenamtlichen Helfer der „Blaulichtfamilie“: DRK und Feuerwehr, die heute keine großen Einsätze hatten. Von der Förderation Europäischer Narren (FEN) ist Jurrian Ibes heute zu Gast und richtet anerkennende Worte an die Tanzaktiven.

   

 

Ein Sonderpokal gibt es nur im Saarland: Der Verein, der in der Adition aller ertanzten Punkte seiner Starter die größte Summe hat, erhält diesen. Wer also viele Starter hat ist natürlich im Vorteil. Dieses Jahr ist dies der FFK Köln! Wir gratulieren!

 

am Rande notiert:

Gelebte Eingliederung!

Sie hat schon einiges erlebt, die jetzt 8jährige Amina Zanina: mit ihrer Mutter floh sie aus dem Kriegsgebiet der Ukraine und fand im Saarland ein Obdach. So kam sie in Kontakt mit Margit Dillinger. Sie sah im März die Kinder des TSC Gisingen-Brotdorf beim Training und ihr Interesse war geweckt. Das wollte sie auch! „Sie schaut sich viel ab, weil sie noch nicht alles versteht, was wir erklären“, führt Margit Dillinger aus. Sprachprobleme sind beim Tanzen eben Nebensache und so konnte sie mit der Gruppe bei den Saarland-Meisterschaften der RKK zur Eröffnung nach der Mittagspause auf der Bühne stehen. Auch beim Einsammeln der Wertungsbögen war Amina im Einsatz. „Sie ist sehr talentiert, seit drei Wochen üben wir auch einen Solotanz für 2023 ein“, bestätigt Margit Dillinger. Wir drücken fest die Daumen und wünschen weiterhin viel Spaß!

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